Freitag, 18. September 2015

Internal Mixing, DSC und SEM



Vorgestern habe ich zusammen mit einer Doktorandin die internal Mixing Maschine bedient. Das ist im Prinzip eine Art Fleischwolf, den man auf 200°C hoch heizen kann. Wir haben damit Gemische aus verschiedenen Polymeren und aus Polymeren und Kohlenstoffnanoröhren hergestellt. Das war an sich recht spaßig hat aber etwas länger gedauert, da man andauernd die Maschine putzen muss. Abgesehen davon habe ich an dem Tag bloß gelesen und mich über Master Studiengänge an verschiedenen Unis schlau gemacht.

Gestern habe ich dann zuerst ein DSC (Differntial Scanning Calorimetry) aufnehmen dürfen, was auch spannender klingt als es ist. Man setzt ein paar Milligramm Probe in einen kleinen Alubehälter und diesen dann in die Maschine und diese läuft dann zwei Stunden vor sich hin. Während die vor sich hin tuckerte durfte ich dann zum Rasterelektronenmikroskop (SEM). Das war richtig cool. Mit dem SEM kann man die Oberfläche von Polymeren untersuchen. Damit das aber funktioniert müssen auf die erst mal eine dünne Schicht aus Gold aufgeschossen werden. Dafür werden die Proben in ein Argonplasma gehüllt wobei an den Wänden Gold ist welches sich dann auf den Proben anlagert. Das Ganze ist ein kleiner Glaszylinder der während des Prozesses stark lila leuchtet. Die fertigen Proben werden dann ins SEM gegeben und dort untersucht. Ich durfte die Maschine bedienen. Mit diesem Gerät kann bis jenseits der 10.000fachen Vergrößerung gehen. Es war faszinierend. Man konnte die Poren im Polymer sehen und die sind unglaublich klein (das kleinste was ich gesehen habe war gerade mal 100nm groß also knapp 10.000.000 kleiner als ein mm).

Auch wenn das alles sehr cool ist, frage ich mich häufig ob es das ist was sich mein betreuender Professor vorstellt. Ich lerne viel und sammle Erfahrung aber komme halt mit meinem Projekt nicht voran. Hauptsächlich weil meine zuständige Doktorandin gerade dabei ist sich auf verschiedene Jobs zu bewerben und dementsprechend viele Bewerbungsgespräche hat und Bewerbungen schreibt. Ich frage sie mal am Montag wie es denn jetzt aussieht. Ich will jetzt auch nicht mit ganz leeren Händen da stehen.

Naja jetzt ist erst mal Wochenende und ich gehe in die Stadt rein.

Bis dann,

Zeno

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