Gestern Abend wollte ich noch meinen Blogpost schreiben,
habe aber dann recht schnell festgestellt, dass einige der Tasten von meinem Laptop
komplett den Geist aufgegeben haben. Also war das allererste was ich heute Morgen
gemacht habe mir eine USB-Tastatur zu holen. Mit der Tastatur im Gepäck bin ich
nach Hause und habe mir überlegt, was ich heute machen soll. Es hat ein klein
bisschen angefangen zu regnen aber ich dachte, dass das bald aufhören wird.
Also bin ich Richtung Stadtmitte losgelaufen. Nun habe ich leider zwei
Denkfehler gemacht. Ich bin nicht Richtung Stadtmitte gelaufen sondern genau in
die Entgegengesetzte und es hat nicht bald aufgehört zu regen sondern wurde
immer schlimmer. Irgendwann waren meine Schuhe voller Wasser (was bei dünnen
Stoffschuhen doch eher unangenehm ist), mir war kalt und ich hatte Hunger. Also
wurde erst mal in einem Restaurant gegessen. Danach bin ich dann Richtung Uni
geirrt und nach einer knappen Dreiviertel stunde Umhergeirre kam ich da dann
auch an. Etwas beleidigt habe ich ein Kapitel gelesen und etwas Musik gehört.
Gegen Nachmittag ist es dann aufgeklart und ich beschloss es
nochmal zu versuchen dieses Mal aber die U-Bahn zu nehmen. Bedeutend schneller
als erwartet stand ich dann im Zentrum von Chengdu am Tianfu Square. Von dort
bin ich dann zum Renmin Park gelaufen und habe dort ein Großteil des Tags
verbracht. Im Park habe ich einer Gruppe beim Tanze zu gesehen, bin durch den
Bonsai Garten spaziert und habe Kinder und Familien beobachtet. Es war richtig
schön. Dazu der Duft von den Osmanthus Bäumen und das warm, feuchte Wetter. Ich
habe relativ viele Fotos gemacht (wer diese gern sehen will sei an dieser
Stelle auf mein Facebook Account verwiesen, die hier hochzuladen würde mit dem
VPN einfach zu lange dauern) und dabei die Snacks gefuttert die ich mir
mitgenommen hatte. Gegen sieben bin ich heim gefahren und habe mir noch Nudeln
zum Abendessen geholt. Eigentlich wollte ich heute noch Tango tanzen gehen aber
ich war dann erschöpft vom vielen Laufen und ich muss morgen ins Labor und
außerdem bin ich ja noch mehr als fünf Wochen hier also kein Grund irgendetwas
zu erzwingen.
Jetzt im Moment geht es mir richtig gut. Die vergangenen
Tage haben mir gut getan, vor allem die Entspannung und das langsame Ankommen.
Dass ich über einen längeren Zeitraum in Chengdu bin erlaubt mir alles
entspannter anzugehen und ich fühle mich in keinster Weise gehetzt wie bei
meiner ersten Chinareise. Dazu kommt, dass es einfach wunderbar ist wieder
einmal in einer Großstadt zu sein und vor allem auch aus Freiburg raus. Über
das Semester hinweg komme ich selten aus der Uni raus geschweige denn aus
Freiburg. Es gibt einfach immer so viel zu tun und wenn ich dann weg fahre plagen
mich ein schlechtes Gewissen und mein überzogener Ehrgeiz. Das ganze führt
dazu, dass ich nach den Prüfungen nichts sehnlicher Erwarte als meine Abfahrt
an irgendeinen Ort der nicht Freiburg ist. Außerdem bin ich ein
Großstadtmensch. Ich mag den Lärm um mich, die Menschen, da Getümmel und vor
allem das Leben das um mich sprudelt. Ich fühle mich lebendig und viel
animierter auch selber etwas zu machen. Durch Chengdu zu laufen und den
Menschen bei ihrem Treiben zuzusehen war einfach wunderbar und auch sich durch
die komplett überfüllten Shoppingmeilen zu quetschen macht mich glücklich.
Alles in allem kann ich sagen, das ich jetzt gut angekommen
bin und ich sehr animiert bin ab morgen anzufangen zu arbeiten!
Bis dann,
Zeno
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