Montag, 14. September 2015

Das Konzert



Den Großteil des Tages gestern habe ich im Labor verbracht. Dort habe ich zusammen mit Orange Graphen für unsere Experimente vorbereitet. Graphen ist eine ein molekulare Schicht aus Graphit und wenn man diese herstellt rollt sie sich zusammen. Wir wollen aber plättchenartige Struktur haben und dafür heizen wir das Graphen für kurze Zeit auf 600°C hoch. Also standen wir den ganzen Morgen und Nachmittag da und haben Graphen in kleine Keramiktiegel gefüllt und in den Muffelofen gestellt. Währenddessen haben wir munter geplaudert. Leider sind sowohl Orange als auch ich im Moment etwas erkältet und waren deswegen beide nicht ganz so fit.

Gegen fünf waren wir dann fertig und sind zurück ins Büro genau richtig denn um diese Zeit hat mich eine Freundin von orange abgeholt und wir sind zum Konzert gegangen bzw. davor noch etwas essen. Um in das Konzert reinzukommen mussten wir circa eine Stunde vor Beginn da sein und uns schön an stellen aber nicht um Karten zu bekommen sondern damit die Professorin welche ihre Doktoranden zu dem Orchester einlädt uns rein lassen kann. Um uns herum standen Massen an Chinesen die alle ganz scharf drauf waren Menschen aus dem Westen beim Musik machen zu beobachten. Gespielt hat ein belgisches Jugendorchester, das gerade durch China tourt und lustiger weise im selben Hotel untergebracht ist wie ich. Das hat schon einige Wehmutstränen aus mir heraus gekitzelt. Die ganzen Geigen und Bratschen zu sehen und selbst nicht spielen zu können. Das Konzert selbst war sehr interessant. Es war in der Sporthalle der Uni, dementsprechend miserabel war die Akustik aber dafür war das Orchester ziemlich gut. Sie haben viel Filmmusik gespielt aber auch Puccini und einen Satz aus einer Beethoven Symphonie. Zwischen den Stücken gab es immer ein Pärchen das eine Ansage gemacht hat, was ich persönlich sehr nervig finde, wenn man vor Lauter Hall nichts wirklich versteht. Zischen durch hat noch das Orchester der Sichuan University gespielt. Die waren zwar technisch sehr fit aber den Walzer den sie sich rausgesucht hatten, war totlangweilig.

Aber alles in allem muss ich sagen war es ein sehr gelungenes und schönes Konzert. Es hat zwar unter meinen schmerzenden Nebenhöhlen gelitten aber die Musiker waren gut, die Stücke haben sehr gut in den Rahmen gepasst und die Chinesen, die nicht zwischendurch abgehauen sind waren ganz begeistert.

So jetzt mache ich mich mal wieder an die Arbeit.

Bis dann,

Zeno

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen