Eigentlich wollte ich heute zusammen mit Xiaodong und Sasa
in das Pandareservat fahren um mir diesen „National Treasure“ wie er von den
Chinesen genannt wird mal anzusehen aber dann hat es heute Morgen wieder aus
Kübeln geschüttet und da meinte Sasa, dass die Pandas dann nur in ihren Käfigen
sitzen und das dann keinen Sinn macht. Also habe ich einfach ausgeschlafen. Das
Semester hat doch Spuren hinterlassen,
weil ich mich in den vergangenen Tagen doch sehr ausgebrannt fühle und die Zeitumstellung
mir ungewöhnlich stark zugesetzt hat. Deswegen war der Tag heute eigentlich
ganz gut.
Gegen zwölf habe ich ein bisschen was geschrieben und habe
dann meine Sachen gepackt und bin den Campus erkunden gegangen. Beim nächst
besten Stand habe ich mir dann so eine Art Pfannkuchen mit Ei, Salat, Fleisch
und verschiedenen Soßen geholt der mich fürs erste ziemlich satt gemacht hat. Glückselig
bin ich dann über den Campus spaziert. Dieser ist wirklich sehr groß und
erstaunlich schön. Er hat etwas von einer Kleinstadt mit Kindergärten einem
Stadion und mehreren Sportplätzen. Beim herumlaufen ist mir ein Baum
aufgefallen, beziehungsweise dessen Geruch. Manchmal bin ich herumgelaufen und
auf einen Schlag kam mir ein sehr leichter, süßlich betörender Duft entgegen. Ich
konnte den Baum der diesen verströmt leider noch nicht ausfindig machen.
Ebenfalls sehr positiv sind mir die Lotusteiche aufgefallen an denen, direkt
neben dem „Fishing prohibited“ Schild Leute friedlich ihr Abendessen angeln. Nach
einigen Stunden auf dem Campus bin ich dann per Zufall nach Chengdu
rausgekommen und habe dort einen kleinen Erkundungsspaziergang gemacht. Etwas
verwundert hat mich die Hohe Dichte an Musikläden, von kleinen Geschäften die
Geigen, Gitarren oder wahlweise „Flöten“ (Tubas und Trompeten und anderes
Blech) verkauft haben vor allem Klaviergeschäfte. Als ich dann irgendwann vor
dem Konservatorium stand hat das ganze schon deutlich mehr Sinn ergeben. Vom
Konservatorium bin ich dann noch in einen Bambuspark gelaufen, der direkt am
Fluss liegt. Schön war er und voller Familien und jungen Pärchen die im Teehaus
sitzend Spiele gespielt oder Sonnenblumenkerne geknabbert haben.
Mein erster Eindruck von Chengdu ist sehr positiv. Die Stadt
ist sehr viel entspannter als Hong Kong oder Shanghai und das Wetter entspricht
meinem Ideal (sehr heiß und feucht). Ich mag das essen, wegen seiner Schärfe
und den vielen Gewürzen. Der einzige Nachteil ist, dass relativ wenig auf
Englisch übersetzt oder wenigstens in lateinischen Buchstaben hingeschrieben
ist, was die Orientierung und vor allem das Essen bestellen etwas erschwert.
Naja so viel zu heute. Ein eher entspannter Tag den ich aber
auch wirklich gebraucht habe.
Gute Nacht euch allen,
Zeno
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