Donnerstag, 3. September 2015

Chendu die Erste

Eigentlich wollte ich heute zusammen mit Xiaodong und Sasa in das Pandareservat fahren um mir diesen „National Treasure“ wie er von den Chinesen genannt wird mal anzusehen aber dann hat es heute Morgen wieder aus Kübeln geschüttet und da meinte Sasa, dass die Pandas dann nur in ihren Käfigen sitzen und das dann keinen Sinn macht. Also habe ich einfach ausgeschlafen. Das Semester hat doch  Spuren hinterlassen, weil ich mich in den vergangenen Tagen doch sehr ausgebrannt fühle und die Zeitumstellung mir ungewöhnlich stark zugesetzt hat. Deswegen war der Tag heute eigentlich ganz gut.

Gegen zwölf habe ich ein bisschen was geschrieben und habe dann meine Sachen gepackt und bin den Campus erkunden gegangen. Beim nächst besten Stand habe ich mir dann so eine Art Pfannkuchen mit Ei, Salat, Fleisch und verschiedenen Soßen geholt der mich fürs erste ziemlich satt gemacht hat. Glückselig bin ich dann über den Campus spaziert. Dieser ist wirklich sehr groß und erstaunlich schön. Er hat etwas von einer Kleinstadt mit Kindergärten einem Stadion und mehreren Sportplätzen. Beim herumlaufen ist mir ein Baum aufgefallen, beziehungsweise dessen Geruch. Manchmal bin ich herumgelaufen und auf einen Schlag kam mir ein sehr leichter, süßlich betörender Duft entgegen. Ich konnte den Baum der diesen verströmt leider noch nicht ausfindig machen. Ebenfalls sehr positiv sind mir die Lotusteiche aufgefallen an denen, direkt neben dem „Fishing prohibited“ Schild Leute friedlich ihr Abendessen angeln. Nach einigen Stunden auf dem Campus bin ich dann per Zufall nach Chengdu rausgekommen und habe dort einen kleinen Erkundungsspaziergang gemacht. Etwas verwundert hat mich die Hohe Dichte an Musikläden, von kleinen Geschäften die Geigen, Gitarren oder wahlweise „Flöten“ (Tubas und Trompeten und anderes Blech) verkauft haben vor allem Klaviergeschäfte. Als ich dann irgendwann vor dem Konservatorium stand hat das ganze schon deutlich mehr Sinn ergeben. Vom Konservatorium bin ich dann noch in einen Bambuspark gelaufen, der direkt am Fluss liegt. Schön war er und voller Familien und jungen Pärchen die im Teehaus sitzend Spiele gespielt oder Sonnenblumenkerne geknabbert haben.

Mein erster Eindruck von Chengdu ist sehr positiv. Die Stadt ist sehr viel entspannter als Hong Kong oder Shanghai und das Wetter entspricht meinem Ideal (sehr heiß und feucht). Ich mag das essen, wegen seiner Schärfe und den vielen Gewürzen. Der einzige Nachteil ist, dass relativ wenig auf Englisch übersetzt oder wenigstens in lateinischen Buchstaben hingeschrieben ist, was die Orientierung und vor allem das Essen bestellen etwas erschwert.

Naja so viel zu heute. Ein eher entspannter Tag den ich aber auch wirklich gebraucht habe.

Gute Nacht euch allen,

Zeno

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