Am Sonntag habe ich gelernt wie man Majong spielt. Majong
ist eine chinesische Version von Skart. Anstatt mit Karten wir mit Steinen
gespielt die mit drei verschiedenen Symbolen und Nummern von eins bis neune
bedruckt sind. Das ganze wird zu viert gespielt und man muss Steinchen sammeln.
Majong erfreut sich extremer Beliebtheit in China. Man sieht viele alte Damen
in Teehäusern sitzen und Majong spielen (natürlich um Geld, Chinesen lieben
Glücksspiel) und die Chinesen sagen immer, dass die alten Damen ihre Enkel
irgendwo parken um dann Majong spielen zu können. Wir haben nicht um Geld
gespielt aber da an dem Tag Mondfest war (im Prinzip ein Fest zur Sonnenwende)
haben wir Mondkuchen gegessen. Eine Art Pastete gefüllt mit Fleisch oder süßer
Paste. Die mit süßer Paste sind sehr lecker die mit Fleisch… waren nicht mein
Fall. Nach vier Spielen hatte ich dann alles so weit verinnerlicht, dass ich
auch mal gewonnen habe und nach ein paar Stündchen sind wir dann heimgegangen.
Oh erwähnen möchte ich noch die Majongtische. Vollautomatisch haben diese die
Steine gemischelt und ausgeteilt. Alles sehr fancy.
Die letzten Tage habe ich dann wieder viel im Labor und im
Office gesessen und gelesen und Proben hergestellt. Dabei habe ich mich viel
mit Orange unterhalten und schon die ersten Abschiedsgeschenke bekommen. So
anstrengend China und die Chinesen sind, umso spannender ist es bei ihnen zu
sein. Ich mag das Chaos, die entspannte Art, das viele Essen überall und um
ganz ehrlich zu sein mag auch den Dreck. Das Leben in China ist nicht so
geradlinig wie in Deutschland alles ist etwas anstrengender und außerdem sind
die Leute sehr gastfreundlich und machen einem andauernd Komplimente.
Naja. Ich muss jetzt tatsächlich schon los, denn mein Zug
nach Xi’an fährt bald. Gestern habe ich noch heraus gefunden, dass ich nicht
die vollen 18 Stunden Zugfahrt stehen muss sondern einen Sitzplatz habe. Ich
hätte Orange am liebsten geküsst als sie mir das erzählt hat. Ich war
überglücklich.
So jetzt muss ich aber los. Bis die Tage,
Zeno
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